ⓘ Hans Hartung

                                     

ⓘ Hans Hartung

Hartung besuchte ab 1915 das humanistische Gymnasium in Dresden und erlangte dort das Abitur. Schon während seiner Schulzeit wandte er sich der gegenstandslosen Malerei zu und fertigte abstrakte Bilder. 1924 begann er ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Durch eine prägende Begegnung mit den Werken von Wassily Kandinsky wechselte er 1925 dann für ein Studium der Malerei an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und die Hochschule für Bildende Künste Dresden. 1928 setzte er seine Studien bei dem Maler Max Doerner in München fort.

Im Jahr 1929 heiratete Hartung die norwegische Malerin Anna-Eva Bergman 1909–1987. Die Ehe wurde, auf Druck seiner Schwiegermutter in Oslo in Hartungs Abwesenheit relativ schnell wieder geschieden. Hartung war damals Staatenloser ohne Pass und konnte Frankreich nicht verlassen, um sich mit Anna-Eva auszusprechen.

Von 1932 bis 1934 lebte Hartung auf der Insel Menorca und ab 1935 in Paris. 1939 trat er in die Fremdenlegion ein. 1944 wurde er schwer verwundet und verlor ein Bein, 1946 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft und wurde in die Ehrenlegion aufgenommen.

1952 trafen sich Hartung und Anna-Eva Bergman bei einer Retrospektive seines Schwiegervaters Julio González wieder und heirateten im Jahr 1957 ein zweites Mal. Sie blieben diesmal bis zu ihrem Tod zusammen.

Nach dem Krieg und nach einer mehrjährigen Malpause wurde er zu einem der wichtigsten Vertreter des Informel. Hans Hartung war Teilnehmer der documenta 1 1955, der documenta II 1959 und der documenta III 1964 in Kassel. 1957 erhielt er den Rubenspreis der Stadt Siegen, 1960 wurde er mit dem Preis der Biennale von Venedig ausgezeichnet. Ab 1977 war Hartung als Nachfolger von Lucien Fontanarosa Mitglied der Académie des Beaux-Arts. 1982 wurde der Hartung-Saal in der Staatsgalerie Moderne Kunst München eingeweiht. 1984 wurde der Hartung-Raum im Hessischen Landesmuseum Darmstadt eingerichtet.

Hartung gelangte zu einem ungegenständlichen Stil mit grafisch empfundenen schwarzen Linienspielen vor hellen Gründen, oft an chinesische Tuschmalerei erinnernd.

Zeitlebens hat Hartung fotografiert, um mit der Kleinbild-Kamera Minox und Leica seinen Blick als Maler zu schulen. In seinem Nachlass in der 1994 gegründeten Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergmann befinden sich 35.000 Negative, die der Fotograf Jacques Damez erstmals gesichtet hat. In Deutschland wurde Hartungs Fotografie 2016 vom Museum für Gegenwartskunst Siegen ausgestellt.

                                     

1. Ehrungen

  • 1976 Ehrenbürger der Stadt Antibes
  • 1985 Großes Abzeichen der Zweitausendjahrfeier der Stadt Paris
  • 1970 Grand-Prix des Beaux-Art de la Ville de Paris
  • 1984 Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
  • 1957 Rubenspreis der Stadt Siegen
  • 1968 Ernennung zum Kommandanten der Ehrenlegion
  • 1984 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
  • 1981 Träger des Oskar Kokoschka-Preises der Republik Österreich
  • 1988 Ehrenbürger der Gemeinde von La Gaude
  • 1989 Grand Officier de la Légion dHonneur
  • 1967 Ernennung zum Kommandeur des Ordens des Arts et des Lettres
  • 1960 Großer Internationaler Preis der Malerei, Biennale Venedig
  • 1967 Ehrenpreis auf der VII. Internationalen Biennale der Graphik in Ljubljana.
  • 1987 Ehrenbürger der Stadt Belfort
                                     

2. Ausstellungen

  • 1984: Hans Hartung zum 80. Geburtstag. Galerie Roswitha Haftmann Modern Art, Zürich
  • 1957: Kestnergesellschaft, Hannover und Württembergische Staatsgalerie Stuttgart, Haus am Waldsee Berlin, Kunsthalle Hamburg, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Kölnischer Kunstverein. Katalog 61 der Kestnergesellschaft: Werner Schmalenbach, Hans Hartung.
  • 1974: Retrospective zum 70. Geburtstag. Wallraf-Richartz-Museum, Köln
  • 2018: Hans Hartung. Malerei als Experiment – Werke von 1962–1989., Kunstmuseum Bonn
  • 1932: Berlin Galerie Flechtheim Gruppenausstellung
  • 2014: Istituto Nazionale per la Grafica ING, Rom
  • 2010: Vom Esprit der Gesten – Hans Hartung, das Informel und die Folgen, Kupferstichkabinett Berlin
  • 2017: Hans Hartung und die Fotografie, Museum für Gegenwartskunst, Siegen
  • 2019: La fabrique du geste. Musée dart Moderne, Paris
  • 1956: Oevres récentes de Hans Hartung. Galerie de France, Paris
  • 2019: From Gesture to Form: Postwar European and American Art from the Schulhof Colletion. Peggy Guggenheim Collection, Venedig
  • 1975: Retrospektive, The Metropolitan Museum of Art, New York
  • 1931: Dresden Galerie Kunstausstellung Kühl
  • 2007–2008: Museum der bildenden Künste, Leipzig
  • 2018: Hans Hartung. Centre Pompidou, Paris
  • 2013: Painting – Gesture – Liberation, SETAREH, Düsseldorf
  • 2004: Hans Hartung. Early drawings, Museum Ludwig, Köln
  • 2017: Hans Hartung No2, SETAREH, Düsseldorf
  • 1989: Hans Hartung zum 85. Geburtstag. Galerie Roswitha Haftmann Modern Art, Zürich
  • 1935–38: Paris, Salon des Surindépendants.
  • 2017: In An Alternate Reality. SETAREH, Düsseldorf
  • 2008: Kunsthalle Kiel