ⓘ Johann Michael Hartung

                                     

ⓘ Johann Michael Hartung

Johann Michael Hartung wurde als ältester Sohn des Orgelbauers Augustinus Hartung 1677–1739 und Sophia geb. Schwab geboren. Er erlernte das Handwerk des Orgelbaus in der väterlichen Werkstatt.

Im Jahre 1733 wurde seine selbstständige Tätigkeit erstmals erwähnt, als er die Orgel zu Dalsheim reparierte und im gleichen Jahr die zu Albisheim auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfte. Im Orgelbauvertrag für die Gemeinde zu Ellerstadt 26. April 1737 wurde er als Mitarbeiter seines Vaters genannt. 1746 errichtete er eine Orgel in Winden und am 3. März 1749 wurde ein Vertrag mit der Gemeinde zu Gimmeldingen über die Errichtung einer Orgel daselbst geschlossen. Am 24. Juni 1751 wurde die durch ihn erbaute Orgel zu Enkenbach feierlich eingeweiht. Am 4. Dezember 1751 folgte der Vertrag mit der Gemeinde Haßloch über einen Orgelneubau. 1752 der Vertragsabschluss zu Rohrbach bei Landau sowie die Stimmung der Orgel zu Gimmeldingen. Ebenfalls 1752 erbaute Hartung die Orgel in der evangelischen Kirche zu Haßloch. 1753 reparierte er die Orgel in der Simultankirche zu Bechtheim bei Worms und am 13. Juni 1754 folgte der Vertrag mit der reformierten Gemeinde zu Edenkoben. Ende 1754 wurde die Orgel zu Oberotterbach fertiggestellt. Der letzte bekannte Auftrag Hartungs betrifft die Errichtung der Orgel zu Assenheim 1759.

Es wird vermutet, dass auch die Orgeln in Kirchheim an der Weinstraße, in der protestantischen Kirche in Dammheim 1749, in der protestantischen Kirche in Großkarlbach um 1750 und in der katholischen Kirche Hagenbach 1752 aus der Werkstatt Hartung stammen.

In erster Ehe heiratete er am 21. Mai 1737 Anna Barbara Klein. Mit ihr hatte er vier Kinder – drei Töchter und schließlich einen Sohn. Am 28. Juli 1746 starb seine Frau an einer etwa einen Monat vorher erlittenen Fehlgeburt. Hartung vermählte sich erneut am 16. Mai 1747 mit Maria Louise Baum. Aus dieser Ehe gingen nochmals neun Kinder hervor, auch Johann Philipp Hartung * 9. Juli 1750 in Dürkheim; † 3. Januar 1806 in Kallstadt, der letzte Orgelbauer der Familie Hartung war.

Am 13. Januar 1763 starb Hartung im Alter von 54 Jahren als Gerichtsmann und Ratsherr von Dürkheim an der Haardt. Der frühere Graf und spätere Fürst Carl Friedrich Wilhelm von Leiningen-Hartenburg hat ihn selbst als einen der hervorragendsten Männer und Künstler seiner Herrschaft bezeichnet. Hartung pflegte zahlreiche freundschaftliche Kontakte mit Musikern des Leininger Hofes und wurde um 1750 von einem unbekannten Künstler, vielleicht einem Leininger Hofmaler, porträtiert. Dieses Gemälde ist heute noch in Familienbesitz und zeigt den Dargestellten hinter einem Tisch mit Werkzeugen und kleinen Orgelpfeifen.