ⓘ Jimmy Hartwig

                                     

ⓘ Jimmy Hartwig

William Georg "Jimmy" Hartwig-Almer ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, -trainer und Theaterschauspieler.

                                     

1. Privatleben

Der Sohn eines amerikanischen Soldaten und einer Offenbacherin startete nach Abschluss seiner Lehre zum Maschinenbauschlosser seine Bundesligakarriere 1972 in seinem Heimatverein Kickers Offenbach. 1974 wechselte er zum TSV 1860 München, der 1977 in die Bundesliga aufstieg. Von 1978 bis 1984 erlebte er beim HSV drei deutsche Meisterschaften, ein UEFA-Pokal-Endspiel, einmal den Pokal der Landesmeister, sowie zwei A-Nationalspiele, sechs B-Nationalspiele und acht Olympia-Auswahlspiele. Nach zwei Jahren beim 1. FC Köln, einem Jahr bei Casino Salzburg und einem Jahr beim FC 08 Homburg beendete er 1988 seine aktive Karriere als Profispieler. Nach Erwerb der Trainer A-Lizenz des DFB wurde er zuerst Trainer beim FC Augsburg und dann als erster Westdeutscher Trainer beim FC Sachsen Leipzig.

Als 1991 zum ersten Mal und 1993 zum zweiten Mal die Diagnose Krebs gestellt wurde, konzentrierte sich Jimmy Hartwig zunächst auf den Kampf gegen die Krankheit und verfasste seine erste Biographie Ich möcht’ noch so viel tun … Meine Kindheit, meine Karriere, meine Krankheit, die 1994 im Gustav Lübbe Verlag erschien. Er gründete mit die erste Fußballschule für Jugendliche in St. Peter-Ording und Bad Griesbach.

1997 startete er seine Fernsehkarriere beim Deutschen Sportfernsehen heute Sport1, wo er unter anderem die erste deutsche Call-in-Show Mittendrin moderierte. Seit 2002 war er als Bühnenschauspieler aktiv. Zunächst trat er als Herr Mäch auf – neben Ben Becker am Deutschen Nationaltheater in Weimar in Bert Brechts Baal. 2005 hatte er einen weiteren Auftritt im Weimar als Herzog Suffolk in Margareta. Eddy. Dirty Rich. 2007 wurde ein Gehirntumor bei ihm diagnostiziert. Ab 2008 erschien ein autobiographisches Stück mit dem Namen Eine Legende auf der Couch mit ihm und Thomas Thieme. 2009 hatte er die Titelrolle inne als Woyzeck in Büchner I Leipzig I Revolte im Centraltheater Leipzig, 2014 die Hauptrolle als Uwe in Albert Ostermaiers Spiel ohne Ball im Grand théâtre de la ville de Luxembourg. In der Spielzeit 2017/2018 spielte Jimmy Hartwig als Der Baron eine Gastrolle in Roxy und ihr Wunderteam am Musiktheater Augsburg. 2010 erschien im B&S Siebenhaar Verlag seine zweite Biographie Ich bin ein Kämpfer geblieben. Meine Siege, meine Krisen, mein Leben.

Heute Stand 2019 beschäftigt sich Jimmy Hartwig als AOK-Gesundheitsbotschafter mit Gesundheitsprävention, war Initiator des Münchner Nationencups und Integrationsbotschafter des Deutschen Fußball-Bundes. Außerdem ist er Mitglied der DFB-Kommission "Gesellschaftliche Verantwortung" und des Stiftungsrats der Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbandes. Für sein großes Engagement wurde ihm im Mai 2019 die bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste verliehen. Jimmy Hartwig ist zum vierten Mal verheiratet, Vater von drei Kindern, darunter der Schauspieler Daniel Hartwig, und lebt mit seiner Familie in Inning am Ammersee.

                                     

2. Fußballkarriere

Hartwig begann seine Karriere 1972 auf dem Bieberer Berg bei Kickers Offenbach. 1973 wurde er an den VfL Osnabrück ausgeliehen. 1974 wechselte er zum TSV 1860 München, mit dem er 1977 in die Bundesliga aufstieg. Von 1978 bis 1984 spielte er beim Hamburger SV, mit dem er dreimal Deutscher Meister wurde sowie den Europapokal der Landesmeister gewann. In dieser Mannschaft war er im defensiven Mittelfeld eingesetzt. 1984 wechselte er zum 1. FC Köln und kam 1987 über Austria Salzburg zum FC Homburg, wo er 1988 seine Karriere aufgrund einer Knieverletzung beenden musste. Hartwig spielte zweimal für die deutsche Fußballnationalmannschaft.

                                     

2.1. Fußballkarriere Erfolge als Spieler

National:

  • 1979, 1982, 1983 – Deutscher Meister mit dem Hamburger SV
  • 1980, 1981, 1984 – Deutscher Vize-Meister mit Hamburger SV

International:

  • 1983 – Sieger im Europapokal der Landesmeister
  • 1980 – Finale Europapokal der Landesmeister
  • 1982 – UEFA-Cup-Finale
  • 1983 – Weltpokal-Finale

jeweils mit dem Hamburger SV

  • 1986 – UEFA-Cup-Finale

mit dem 1. FC Köln

                                     

2.2. Fußballkarriere Statistik

  • 4 Spiele FC Homburg
  • 182 Spiele; 52 Tore Hamburger SV
  • 8 Spiele in der Olympia-Auswahlmannschaft, 1 Tor
  • 24 Spiele; 5 Tore 1. FC Köln
  • 6 B-Länderspiele; 2 Tore
  • 34 Spiele; 6 Tore TSV 1860 München
  • 2 A-Länderspiele
  • 1. Bundesliga
  • 3 Spiele; 1 Tor 1. FC Köln
  • DFB-Pokal
  • 9 Spiele 1. FC Köln
  • UEFA-Cup
                                     

3. Theaterschauspieler

2002 war er neben Ben Becker und Blixa Bargeld als Kaufmann Mäch in Bertolt Brechts Baal am Deutschen Nationaltheater Weimar unter der Regie von Thomas Thieme zu sehen.

2005 spielte er den Herzog Suffolk in Margaretha. Eddy. Dirty Rich von Tom Lanoye und Luk Perceval am Nationaltheater Weimar unter der Regie von Thomas Thieme.

2008 fand die Premiere des szenischen Stücks Die Legende auf der Couch mit Jimmy Hartwig als er selbst und Thomas Thieme als Hauptdarsteller im Rahmen der Movimentos Festivalwochen der Autostadt Wolfsburg statt. Das Projekt beruht auf Hartwigs 1994 erschienener Biografie Ich möchte noch so viel tun und auf Motiven des Autors Thomas Potzger und fand unter Kritikern große Zustimmung.

2009 war am Centraltheater Leipzig die Premiere von Georg Büchners Woyzeck mit Jimmy Hartwig in der Titelrolle unter der Regie von Thomas Thieme. Maike Schiller schrieb zu diesem Auftritt: "Seine Konzentration ist fast greifbar, seine Stimme trägt auch in den Rang. Wer auf eine Blamage gehofft hatte, wird enttäuscht. So merkwürdig es klingen mag: Jimmy Hartwig macht seinen Job. Nicht spektakulär, aber eben auch nicht schlecht."

2014 spielte er in der Uraufführung des Theaterstücks Spiel ohne Ball von Albert Ostermaier die Hauptrolle als die tragische Figur "Uwe". Albert Ostermaier über Jimmy Hartwig: "Er legt in alles eine unglaublich große Seele, zeigt Empfindsamkeit und Verletzlichkeit. Auch wenn ihm die Ausbildung eines Schauspielers fehlt, entwickelt er doch auf der Bühne eine unbändige Kraft und Ausstrahlung. Bei ihm geht es nicht um Eitelkeit, im Rampenlicht zu stehen. Er hat schlichtweg das Bedürfnis, etwas zu erzählen."

2017/2018 spielte Jimmy Hartwig als "Der Baron" eine Gastrolle in Roxy und ihr Wunderteam am Musiktheater Augsburg.



                                     

3.1. Theaterschauspieler Theaterarbeiten

  • 2017/18: Roxy und ihr Wunderteam von Paul Abraham im Theater Augsburg
  • 2014: Hauptrolle in Spiel ohne Ball von Albert Ostermaier Regie: Johannes Zametzer im Grand théâtre de la ville de Luxembourg und andere
  • 2009: Titelrolle in Woyzeck von Georg Büchner Regie: Thomas Thieme am Centraltheater Leipzig
  • 2008: Als er selbst in Eine Legende liegt auf der Couch von Thomas Potzger nach Motiven der Biografie Hartwigs, Movimentos, Festwochen Wolfsburg
  • 2005: Herzog Suffolk in Margaretha. Eddy. Dirty Rich von Tom Lanoye und Luk Perceval Regie: Thomas Thieme am Nationaltheater Weimar
  • 2002: Kaufmann Mäch in Baal von Bertolt Brecht Regie: Thomas Thieme am Deutschen Nationaltheater Weimar


                                     

4. Fernsehen

Von 1997 bis 1999 moderierte er die Sendung "Mittendrin" beim Sender DSFDeutsches Sport Fernsehen.

Des Weiteren nahm er 2004 an der zweiten Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus teil, welche er als Viertplatzierter beendete.

2011 war Jimmy Hartwig in der Reality-Show Das perfekte Promi-Dinner zu sehen. Die Folge aus der Reihe Das perfekte Promi Dinner im Schlafrock wurde am 9. Juli 2011 bei VOX ausgestrahlt.

                                     

5. Veröffentlichungen

  • "Ich bin ein Kämpfer geblieben." Meine Siege, meine Krisen, mein Leben. Siebenhaar-Verlag, Berlin 2010, ISBN 3-936962-86-3
  • "Ich möchte noch so viel tun …" Meine Kindheit, meine Karriere, meine Krankheit. Bergisch Gladbach 1994, ISBN 3-404-61309-0