ⓘ Leberecht Hartwig

                                     

ⓘ Leberecht Hartwig

Der Sohn des Volksschullehrer Karl Gottlob Hartwig in Unkersdorf erhielt seine erste Schulbildung an der Volksschule in seinem Heimatdorf. Anschließend besuchte er ergänzend zu einer Zimmermanns-Lehre die Baugewerkschule in Dresden. Er ließ sich zunächst als Baumeister in Roßwein nieder, siedelte aber später nach Meißen und Dresden über.

Von 1873 bis 1879 vertrat er den 24. städtischen Wahlbezirk in der II. Kammer des Sächsischen Landtags.

Von 1882 bis 1890 und von 1892 bis 1902 war Hartwig Stadtverordneter der sächsischen Residenzstadt Dresden. Ab Mai 1898 fungierte er als 2. und von 1899 bis 1900 als 1. Vizevorsteher des Kollegiums. Im Stadtverordnetenkollegium trat er als Führer der Hausbesitzerfraktion in Verbindung mit der antisemitischen Deutschen Reformpartei auf. Insbesondere in den Jahren 1884 bis 1889 war er ein leitender Kopf der Opposition gegen die Politik des Rats. Ab Mitte der 1880er Jahre war er einer der Führer der Reformpartei.

Von Oktober 1884 bis Februar 1887 vertrat er den 5. sächsischen Wahlkreis Dresden links der Elbe im Reichstag. Im Reichstagshandbuch wird er als christlich-sozial-konservativ bezeichnet.

Hartwig gehörte dem Hauptvorstand der Mittelstandsvereinigung im Königreich Sachsen an. Von 1903 bis 1906 war er unbesoldeter Stadtrat von Dresden. Bis 1907 war er Vorsitzender des Dresdner Allgemeinen Hausbesitzervereins und Direktor des Verbandes der deutschen Grundbesitzervereine. Hartwig verstarb 1908 in Dresden und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt.